Eddi schrieb:... Glaube niemals einer Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.
Jaja, den Spruch kennt jeder ... aber was bedeutet das im Konkreten?
Unser grosses marktwirtschaftliches Vorbild hat seine Bevölkerung ja schon seit längerem davon überzeugen können dass Güter wie Treibstoffe und Nahrungsmittel für die Ermittlung der Preisinflation völlig bedeutungslos sind, und lässt diese konsequenterweise daher seit Jahrzehnten aus der Berechnung heraus.
Zudem gehen in den VSA die Häuserpreise nicht in die Berechnung ein, sondern stattdessen sog. "Mietäquivalente". Dass diese Manipulation äusserst zielführend zur Erzeugung niedriger "Inflationszahlen" ist, konnte man erst wieder in den letzten Jahren sehen, wo Häuserpreise im zweistelligen Prozentbereich anzogen und die Masse in einen hypothekenbasierten Kaufrausch (mit den bekannte Folgen) getrieben wurde, aber natürlich niemand an der Anmietung derartig überteuerter Immobilien interessiert gewesen war. Mit der Folge einer negativen Entwicklung der "Mietäquivalente" und derzufolge der gewünschten "positiven" Auswirkung auf die Inflationszahlen.
Ganz allgemein sind die Inflationszahlen in den VSA Lug und Trug, insbesondere wegen der "hedonischen" Preisberechnung (kleiner rechnen der Originalpreise wegen (angeblicher) "technischer Verbesserungen") [1] . Üblicherweise sind allein diesen rechnerischen Zaubertricks 10% - 15% des jährlichen Anstiegs des VS-BIP zuzurechnen.
Durch das "CES Net Birth/ Death Model" kommen dann die üblichen positiven Arbeitsmarktzahlen zustande: Da man in VSA seit jeher davon überzeugt ist dass der Grossteil der neu geschaffenen Stellen per neu gegründeter Firmen stattfindet, deren Daten allerdings immer erst wesentlich später vorliegen als die regelmässigen Arbeitsmarktstatisiken (und später in dubioser Weise "rückgerechnet" werden (revisions)), werden diese mit dem o.a. Modell "geschätzt". Das Modell geht dabei davon aus dass "um so mehr neue Unternehmen entstehen je mehr alte liquidiert werden", schafft also besonders in "Krisenzeiten" beruhigend viele neue Stellen, und das teilweise in erheblichem Umfang.
In der letzten "Krise" konnten dadurch in einem (beliebigen) Monat schon einmal +112.000 Stellen "geschaffen" werden, bei einem realen Rückgang von -70.000.
Etc. pp.
Das Statistische Bundesamt ist übrigens seit Jahren damit beschäftigt, die erfolgreichen VS-Methoden auch hier in D einzuführen.
[1]
http://www.financialsensearchive.com/sto.../0624.html
Gruß
Michael